• In a Nutshell:
    LiPo und LiFePo sind die ideale Wahl, je höher die Discharge-Rate (C-Wert) desto besser.
    Sie halten die Spannung konstant und haben eine höhere Leistungsdichte verglichen mit NiMH. Es werden jedoch besondere Ladegeräte mit einem Balanceranschluss benötigt, damit die Akkus länger als 2 Jahre funktionsfähig sind.
    LiPo-Ready-Blödsinn: Jede AEG funktioniert mit 7.4V, jedoch sollten 11.1V nur für getunete AEGs verwendet werden.

    NiMHs gehören beim ASCW der Vergangenheit an, zu groß und zahlreich sind die Nachteile.

    1 Akkus für AEGs


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    Akkus tragen einen erheblichen und oft unterschätzten Anteil zur einwandfreien Funktion einer AEG bei. Hier sollte man sich auf jeden Fall überlegen, welchen man wählt!
    Idealerweise kauft man ihn nicht im Airsoftshop, sondern beim Elektronik - oder Modellbauhändler, diese bieten ein größeres Sortiment und wesentlich bessere Akkus zu günstigeren Preisen an.


    Hier sind die wichtigsten Kennwerte kurz erklärt:



    1.1 Kapazität in mAh (Milliamperestunden)


    Gibt an, wieviel Energie im Akku gespeichert werden kann. Je höher, desto besser! Allerdings steigen mit größerer Kapazität auch die Abmessungen des Akkus. Gute Werte für Airsoft sind ca 2000mAh.
    z.B.: 1000mAh bedeutet, dass der Akku eine Stunde lang 1 Ampere (= 1000 Milliampere) liefern kann.



    1.2 Spannung in V (Volt)


    Für AEGs ist die Spannung eines Akkus etwa mit der Drehzahl des Motors und damit auch der Feuerrate (RoF) gleichzusetzen. Je höher die Spannung ist, desto höher ist auch die RoF, damit aber auch der Verschleiß. MOSFETs und ein gut abgestimmtes System können diesen Verschleiß minimieren.
    Steigert man Steigert man die Spannung jedoch zu weit bzw. ist die AEG nicht darauf ausgelegt, kann dies zu katastrophalen Fehlern (Premature Engagement) führen, was in den meisten Fällen den Piston und die Zahnräder zerstört oder zumindest schwer beschädigt.
    z.B.: 7.4V LiPos können jede Softgun antreiben, für die langfristige Verwendung 11.1V LiPos wird jedoch ein Mosfet benötigt.



    1.3 Discharge Rate (C - Wert, nur bei LiPos)


    Dieser Kennwert ist extrem wichtig für eine gute Funktion der AEG. Er gibt Aufschluss über den maximalen Strom, den ein Akku dauerhaft liefern kann. Auch dieser sollte möglichst hoch sein, vor Allem bei niedrigen Temperaturen ist ein enormer Unterschied zu erkennen - bei AEGs, die mit Akkus mit niedriger Discharche Rate betrieben werden, sinkt die RoF drastisch ab und es kann zu Gearjams kommen.
    Der maximale Entladestrom eines Akkus berechnet sich Discharge Rate * Kapazität.
    z.B.: Ein guter Beispielakku mit 2200 mAh und 45C, der auch unter den widrigsten Umständen auch anspruchsvolle AEGs versorgen kann, kann also maximal 99A liefern.


    Kleiner Ausflug in die Physik bzw. Elektrotechnik




    2 Nickel - Metallhydrid (NiMH)


    Die ersten Akkus, mit denen man als Airsoftspieler wohl in Berührung kommt, sind Nickel - Metallhydrid - Akkus (NiMH). Meist sind diese in Sets mit billigeren Softguns enthalten, das heißt allerdings nicht, das dieses bereits optimal ist, geschweige denn überhaupt funktioniert. Manchmal werden hier zu schwache Akkus verwendet, die nicht genug Energie liefern, um die Feder überhaupt zu spannen.
    Die Entladeschlussspannung pro Zelle liegt bei 1,0 V, die Ladeschlussspannung pro Zelle bei 1,4 V, und die Nennspannung bei 1,2 V.


    Natürlich gibt es auch bessere Varianten der NiMH - Akkus, die einige Vorteile mit sich bringen:


    + Sicherheit: Werden NiMHs überladen oder tiefenentladen (< 1V pro Zelle ) verringert sich nur die Gesamtkapazität, es kommt im Allgemeinen zu keinen gefährlichen Reaktionen


    + Abstufung: Da einzelne NiMH - Zellen 1.2V haben, stehen für den Airsoftgebrauch Akkus mit 7.2V, mit 8.4V, mit 9.6V etc. zur Verfügung


    Nachteile sind die folgenden:


    - Selbstentladung: Am ersten Tag verliert der Akku 15% seiner Aufladung, danach etwa 0,5% pro Tag. Aus diesem Grund werden diese auch nicht geladen verkauft.


    - "Memory Effect": Um ein Absinken der Gesamtkapazität und -spannung zu verhindern, müssen die NiMH Akkus von Zeit zu Zeit vollständig entladen und wieder aufgeladen werden


    - Leistungsdichte: Verglichen mit LiPos und LiFePos sehr gering, das heißt NiMHs müssen größer wie ein LiPo mit den selben Spezifikationen




    3 Lithium - Polymer (LiPo)


    Bei uns werden am häufigsten Lithium - Polymer - Akkus (LiPo) verwendet - und das aus gutem Grund! Die meisten Gerüchte, die über LiPos kursieren, sind blanker Unsinn.


    Gerücht Nummer 1: LiPos sind gefährlich und werden dein Haus niederbrennen.


    Ja, natürlich, LiPos können (wie so ziemlich alles) bei falschem Umgang damit zu brennen beginnen. Werden sie stark überladen (wesentlich mehr als 4.2V pro Zelle) blähen sie sich stark auf und fangen Feuer. Dies lässt sich aber ganz leicht verhindern, in dem man ein entsprechendes Ladegerät (z.B. von Graupner) verwendet. Apropos Ladegerät: Finger weg von den billigen LiPo Ladegeräten! Diese schädigen den Akku auf Dauer! Lieber einmal mehr Geld ausgeben, als dauernd neue Akkus kaufen zu müssen.
    Man sollte außerdem die allgemeinen Regeln für Akkus und Batterien beachten: nicht kurzschließen, damit schwimmen gehen, draufhaun, reinstechen, aufschneiden oder herumkauen.
    Befolgt man diese einfachen Regeln und verwendet ein anständiges Ladegerät, ist man auf der sicheren Seite!


    Gerücht Nummer 2: LiPos sind zu stark und werden deine AEG vernichten, außer sie ist LiPo - Ready.


    Jede AEG ist LiPo ready. Der limitierende Faktor hier ist die Spannung! 7.4V LiPos, also die mit zwei Zellen, sind die Allrounder, sie können alles antreiben, was wir hier als AEG verstehen, sowohl Standardmarkierer als auch extrem anspruchsvolle Builds, sie müssen nur hierfür nur genug Strom liefern können (wo wir wieder bei der Discharge Rate wären).
    11.1V Lipos haben drei Zellen und sollten nur für gut getunete AEGs verwendet werden, oder solche, die von Haus aus dafür gebaut worden sind. Ist kein Mosfet vorhanden, entsteht ein ziemlich signifikanter Lichtbogen bei den Kontakten am Abzug, und sie verkohlen oder schmelzen. Beides ist für die Funktion der AEG nicht zuträglich! Bei dauerhaftem Betrieb mit 11.1ern ist also ein Mosfet unerlässlich, da damit nicht der gesamte Strom über die Abzugskontakte fließt. Weiters gilt es zu beachten, dass die Feuerrate mit 11.1ern sehr hoch ist, wodurch der mechanische Verschleiß an allen Bauteilen steigt.

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